Trauung - das Eheversprechen vor Gott

Wenn Sie kirchlich heiraten wollen, melden Sie die Trauung baldmöglichst im Pfarramt, zu den Bürozeiten, an. 

In Absprache mit dem Seelsorger findet ein Brautgespräch statt, dabei wird auch der Ablauf der Trauung besprochen. 

 

Das Sakrament der Ehe ist nicht nur Etwas, das einmal vollzogen würde und nachher wäre es vorbei, sondern es ist der lebendige Anfang von Gott her, der mitgeht durch alle Tage, und aus dem immer neu das Leben der Verbundenen aufsteigen soll. In christlicher Ehe stehen, heisst wissen um diese unerschöpfliche Anfangskraft, und dass sie auch die Kraft des Vollendens ist. Die Kraft, das gemeinsame Leben hinaufzuheben in das volle Ende und seine Gültigkeit.

Dazwischen aber liegt der Alltag. Seine Not und Versuchung ist die Alltäglichkeit, das Gewohntsein, das Altwerden im Überdruss.

So lange ist Leben lebendig, als es die Kraft des Neuwerdens hat. Und Neuwerden nicht von aussen her durch Veränderung und Anreiz, sondern von innen. Diese Kraft der Selbsterneuerung kommt aus dem Anfang. Und es ist eine Verheissung, so gross, dass sie fast lebensfremd scheint: es werde wirklich gelingen, die Alltäglichkeit zu überwinden, die aus dieser nächsten aller Nähen aufsteigt, aus dieser verfestigendsten aller Gewohnheiten, aus dieser Verlockung schlechthin zu allem, was Gehen-Lassen, Enttäuscht- und Schwerwerden bedeutet.

Aber die Verheissung ist gegeben. Und sich in christlicher Ehe verbinden, heisst auch, an sie glauben, und es in diesem Glauben mit dem Anderen wagen.


Romano Guardini (1885-1968)